Über die in der Kunststoffspritzgusstechnik verwendete Terminologie
Was ist Spritzgießen?
Spritzgießen ist ein Fertigungsverfahren, bei dem geschmolzener Kunststoff unter hohem Druck in eine speziell geformte Form eingespritzt wird. Der Kunststoff kühlt in der Form ab und härtet aus, wobei er die Form des Formhohlraums annimmt. Nach dem Abkühlen wird das fertige Teil entnommen und ist sofort einsatzbereit. Mit diesem Verfahren lassen sich vielfältige Kunststoffprodukte herstellen, von einfachen Flaschenverschlüssen bis hin zu komplexen Autoteilen. Wenn Sie mehr erfahren möchten, finden Sie hier einen ausführlichen Leitfaden zum Spritzgießverfahren.
Warum ist es wichtig, diese Begriffe zu kennen?
Kenntnisse der Fachbegriffe im Spritzgussverfahren ermöglichen eine klare und effiziente Kommunikation mit Spritzgussunternehmen. Bei der Besprechung Ihres Projekts können Sie mithilfe dieser Begriffe gezielte Fragen zu Materialien, Prozessen und potenziellen Herausforderungen stellen. Dieser partnerschaftliche Ansatz gewährleistet, dass Sie hochwertige Teile erhalten, die exakt Ihren Spezifikationen entsprechen.
In diesem Artikel werden wir die Terminologie für den Prozess, die Materialien und die Maschinen erläutern.
Begriffe, die im Spritzgießprozess verwendet werden
Durch das Verständnis dieser Schlüsselbereiche erhalten Sie ein umfassendes Verständnis des Spritzgießprozesses von Anfang bis Ende. Hier ist eine Aufschlüsselung einiger wichtiger Begriffe, die im Spritzgießprozess verwendet werden:
Zykluszeit: Die Gesamtzeit, die für die Durchführung eines Formzyklus benötigt wird, einschließlich aller Phasen vom Schließen der Form bis zum Auswerfen des Teils.
Klemmen: Der Vorgang des sicheren Verschließens der Formhälften unter hohem Druck, um der Kraft des eingespritzten Kunststoffs standzuhalten.
Spritzgießen: Geschmolzener Kunststoff wird unter hohem Druck aus dem Zylinder der Maschine in den Formhohlraum gepresst.
Verweilzeit: Nach dem Füllen des Hohlraums wird eine kurze Zeit lang zusätzlicher Druck aufrechterhalten, um eine optimale Bauteildichte zu gewährleisten.
Abkühlung: Der Kunststoff kühlt ab und erstarrt in der geschlossenen Form. Kühlkanäle in der Form helfen, die Temperatur zu regulieren.
Seitliche Eingriffe: In einigen Fällen erfordern bestimmte Formmerkmale zusätzliche Mechanismen (seitliche Eingriffe) innerhalb der Form, um Hinterschneidungen oder komplexe Formen zu erzeugen.
Terminologie der Kunststoffspritzgussform
Die Form selbst ist ein entscheidendes Element, und hier sind einige damit verbundene Begriffe:
Form: Das zweiteilige Metallwerkzeug, das den Hohlraum (oder die Hohlräume) enthält, in dem der geschmolzene Kunststoff geformt wird.
Kavität: Der Hohlraum innerhalb der Form, der die Form des fertigen Kunststoffteils bestimmt. Eine einzelne Form kann mehrere Kavitäten aufweisen, um mehrere Teile pro Arbeitsgang herzustellen.
Anguss: Die kleine Öffnung in der Form, durch die geschmolzener Kunststoff in den Formhohlraum gelangen kann.
Kern: Ein Bestandteil innerhalb der Form, der zur Erzeugung innerer Merkmale oder Hohlräume im Formteil dient.
Formschräge: Eine leichte Verjüngung an den Seiten des Formhohlraums ermöglicht ein leichteres Auswerfen der Teile.
Angusskanal: Das Kanalsystem innerhalb der Form, das den geschmolzenen Kunststoff vom Anguss (siehe unten) in die einzelnen Kavitäten transportiert.
Kühlkanal: Ein in die Form eingearbeitetes Kanalsystem, das die Zirkulation von Kühlmittel ermöglicht, um die Temperatur während der Kühlphase zu regulieren.
Fachbegriffe für Oberflächenbearbeitung
Sobald die Teile aus der Form entnommen sind, können einige Nachbearbeitungsschritte erforderlich sein:
Grat und Entgraten: Überschüssiger Kunststoff, der über die Trennlinie der Form hinausragt, wird als Grat bezeichnet. Entgraten bezeichnet das Entfernen dieses unerwünschten Materials, typischerweise durch manuelles oder maschinelles Abschneiden.
Glühen: Ein kontrollierter Erwärmungs- und Abkühlungsprozess, der zur Verbesserung der Festigkeit und Duktilität bestimmter Kunststoffteile eingesetzt wird.
Oberflächenbeschaffenheit: Das endgültige Erscheinungsbild der Oberfläche des Formteils kann mit folgenden Begriffen beschrieben werden:
- Hochglanzfinish: Eine glänzende, reflektierende Oberfläche.
- Mattes Finish: Eine glatte, nicht reflektierende Oberfläche.
- Orangenschalen-Finish: Eine leicht strukturierte Oberfläche, die an eine Orangenschale erinnert.
Begriffe für Spritzgussmaterialien
Die Art des verwendeten Kunststoffmaterials hat einen erheblichen Einfluss auf das Endprodukt. Hier einige wichtige materialbezogene Begriffe:
Harz: Das Basismaterial aus Kunststoff, das beim Spritzgießen verwendet wird.
Farbmittel: Pigmente oder Farbstoffe, die dem Harz zugesetzt werden, um die gewünschte Teilefarbe zu erzielen.
Trockenfärbung: Zugabe von Farbpigmenten in Pulverform direkt zu den Harzpellets.
Additive: Stoffe, die dem Harz beigemischt werden, um bestimmte Eigenschaften wie Flammschutz, UV-Beständigkeit oder Schlagfestigkeit zu verbessern.
Hilfsstoffe: Chemische Substanzen, die dem Harz zugesetzt werden, um die Fließeigenschaften, die Formtrennung oder andere Eigenschaften zu verbessern.
Thermoplastische Werkstoffe: Dies sind die am häufigsten verwendeten Kunststoffe im Spritzgussverfahren. Sie können wiederholt geschmolzen und verfestigt werden, ohne dass es zu nennenswerten Qualitätseinbußen kommt.
Begriffe für Spritzgießmaschinen
Die Spritzgießmaschine selbst ist eine komplexe Anlage. Hier sind einige Begriffe, mit denen Sie sich vertraut machen sollten:
Zylinder: Der beheizte Zylinder, in dem das Kunststoffharz vor dem Einspritzen geschmolzen und unter Druck gesetzt wird.
Düse: Die Spitze des Zylinders, die den geschmolzenen Kunststoff durch den Anguss in den Formhohlraum befördert.
Auswerferstifte: Stifte innerhalb der Form, die die fertigen Teile nach dem Abkühlen aus dem Formhohlraum herausdrücken.
Bewegliche Platte: Die bewegliche Hälfte der Maschine, die den Schließmechanismus beherbergt und die Form öffnet/schließt.
Stationäre Walze: Die feste Hälfte der Maschine, die die Spritzeinheit und den Zylinder beherbergt.
Schusskapazität: Die maximale Menge an geschmolzenem Kunststoff, die der Zylinder der Maschine aufnehmen kann und die Größe und das Gewicht der herstellbaren Teile bestimmt.
Halbautomatische Spritzgießmaschine: Eine Maschine, die für einige Aspekte des Prozesses, wie z. B. die Teileentnahme, einen manuellen Eingriff erfordert.
Begriffe für Fehler beim Kunststoffspritzguss
Nachfolgend finden Sie eine Auflistung potenzieller Probleme, die bei der Herstellung von Spritzgussteilen auftreten können.
Hohlraum: Ein leerer Raum im Formteil, der häufig durch unzureichenden Formpressdruck verursacht wird.
Blasen: Lufteinschlüsse im Kunststoff während des Formprozesses, die zu optischen Mängeln führen.
Haarrisse: Risse an einem Formteil, die durch Überbeanspruchung des Kunststoffmaterials entstehen.
Delamination: Wenn sich zwei Schichten eines Kunststoffteils voneinander ablösen.
Blasen: Erhabene Unebenheiten auf der Oberfläche eines Formteils.
Einfallstellen: Vertiefungen oder Eindrücke auf der Oberfläche eines Formteils, die durch die unterschiedliche Abkühlgeschwindigkeit des Materials verursacht werden.
Fließlinien: Muster, die durch ungleichmäßige Fließwege von Kunststoff entstehen.
Schweißnähte: Eine sichtbare Linie, an der zwei Kunststoffwerkstoffströme aufeinandertreffen.
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Wir hoffen, dieser Artikel hat Ihnen ein solides Grundverständnis der Fachsprache im Bereich Kunststoffspritzguss vermittelt. Sollten Sie Fragen haben oder weitere Erläuterungen zu diesen Begriffen oder dem Spritzgussverfahren selbst benötigen, zögern Sie bitte nicht, sich an die Experten unter JSJM zu wenden. Unser Team berät Sie gerne zu den Details Ihres Projekts und unterstützt Sie bei der Auswahl des optimalen Plans und der passenden Materialien, um Ihr gewünschtes Ergebnis zu erzielen.